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… Gedanken eines Lifestyle Unternehmers

Über Ratschläge

Februar26

ratschlaege

“Ratschläge sind auch Schläge”, sagt der Volksmund. Erklärbär ist eine nette Umschreibung für Jemanden, der mit seinem Rat nicht geizt – Klugscheisser eine etwas weniger nette.
Ich hab mich vor ein paar Jahren intensiv mit Niccolo Machiavelli auseinander gesetzt und mag es eigentlich überhaupt nicht, wie er für Businessbücher und “Ratgeber” ausgeschlachtet wird. Trotzdem sollte man in diesem Zusammenhang über seinen “Ratschlag” nachdenken: “Nimm niemals einen Rat entgegen, wenn Du nicht gefragt hast.” Nun, er lebte in einem anderen Kontext. Dennoch kann ich das so nicht unterschreiben: Nimm ihn entgegen, im Sinne von höre ihn Dir an – alles Andere wäre unhöflich und unbedacht. Aber dann ist Analyse angesagt! Wenn man einen Rat von Jemandem erhält, der einem wohlgesonnen ist UND sich in dem entsprechenden Gebiet auskennt, dann möchte er einen wohl vor (s)einem Fehler bewahren – und es wäre töricht, den Rat nicht in Betracht zu ziehen.
Oft basieren Ratschläge jedoch auf Spekulationen, persönlichen Meinungen oder einer Profilierungssucht. Und diese Ratschläge sollte man getrost vergessen.
Warum?

Weil aus schlechtem Rat schlechte Ergebnisse werden können, für die man am Ende jedoch selbst verantwortlich ist.

Meist ist die Absicht, die hinter einem Ratschlag steckt, zwar eine gute – nur kann man sich am Ende dafür nichts kaufen. Bei der Analyse hilft es, Persönlichkeit & persönliche Situation des Erklärbärs anzuschauen. Möchte er nur sein Ego streicheln, oder spürt man den wirklichen Willen, etwas Gutes zu tun?

Viel einfacher ist es bei der persönlichen Situation:

  • Gibt Dir jemand, der Millionen an der Börse verdient hat, den Rat in eine bestimmte Aktie zu investieren?
    - Wenn man gerne spekuliert, sollte man sich das anschauen.
  • Gibt Dir jemand wertvolle Tipps, wie Du Dein Business zu führen hast und ist selbst einfacher Angestellter?
    - Mhhh, wohl eher nicht.

Selbst wenn sich der Ratschlag vernünftig anhört, Sinn macht UND von einem erfolgreichen Menschen stammt, kommt es immer noch am meisten auf die eigene INTUITION an. Was für andere funktioniert, muss für einen selbst nicht zwangsläufig das Richtige sein, denn: Erfolg hat unterschiedliche Gesichter und die Wahrheit ist, was für einen selbst funktioniert.
Ein millionenschwerer Vertriebsleiter gab mir einmal den Tipp: “Wenn Du erfolgreich sein willst und richtig viel Geld verdienen willst, musst Du in den Vertrieb. Selbständigkeit ist keine Alternative.” Mhhhh, doch: für mich bedeutet Erfolg etwas anderes, als 80 Wochenstunden zu arbeiten.

Der eigene Rat

Dementsprechend sollte man mit den eigenen Ratschlägen auch sparsam umgehen und sie wohl dosieren. Viele Leute fassen auch gut gemeinte Ratschläge oft als Vorwurf oder persönliche Kritik auf und realisieren die Tragweite hinter bestimmten Ereignissen nicht. Man sollte intuitiv erfassen, ob der Ratschlag – auch wenn man 100% Recht hat – auf fruchtbaren Boden stößt und überhaupt angemessen ist. Manchmal ist es besser, man lässt andere ihre eigenen Erfahrungen machen. Erfahrungen sind die besten Lehrmeister. Selbst wenn gewisse Dinge zuerst ärgerlich oder manchmal sogar schmerzhaft erscheinen, so reift man doch an jeder einzelnen.
Die alten Chinesen wussten schon:
Der Mensch hat dreierlei Wege, klug zu handeln: Erstens durch Nachdenken, das ist der edelste. Zweitens durch Nachahmung, das ist der leichteste. Drittens durch Erfahrung, das ist der bitterste. Aber wohl der effektivste. Oft ist es am besten, man nimmt sich nicht so wichtig und lässt den anderen einfach machen. Wer kann sich schon anmaßen zu wissen, ob diese Erfahrung nicht vielleicht genau das ist, um den anderen einen entscheidenden Schritt in seinem Leben weiterkommen zu lassen?

Das Wichtigste ist jedoch: Wer sich nicht in die Angelegenheiten Anderer mischt, selbst wenn er sie intuitiv wahrnimmt, hat mehr Energie für seine eigenen Belange. Man muss ja nicht als egoistischer Trampel durch die Weltgeschichte gehen. Doch Eines steht fest: Wer sich nicht ständig mit Ratschlägen in Angelegenheiten Anderer einmischt, nimmt wirkliche Probleme besser wahr und kann sich in der Zwischenzeit auf die Arbeit an sich selbst konzentrieren.

Über die guten Vorsätze

Februar21

Silvester 2010 verbrachte ich in kleinem Kreise mit Freunden in München. Um Mitternacht wollten wir auf einer Anhöhe im Luitpold-Park anstoßen und das Feuerwerk ansehen. Wir hatten in einem guten Gespräch völlig die Zeit vergessen, und wurden auf dem Weg in den Park dauernd von Leuten überholt, die sich schnaufend und angetrunken den Berg hoch schleppten – oft hörte ich den Satz: “Wir verpassen das neue Jahr, das fängt ja gut an…

Sie hatten Angst, dass ein verhunzter Start ins Neue Jahr die guten Vorsätze ins Wanken bringen würde.
Uns war klar, dass wir es nie bis “Punkt 12″ auf die Anhöhe schaffen wurden. Da Silvester ein Tag ist wie jeder andere, beschlossen wir, gemütlich zu spazieren und für uns das neue Jahr dann einzuläuten, wenn wir ohne Stress an unserem Aussichtspunkt angelangt waren. Wir hatten vor, mit unserem Fläschchen Schampus in Ruhe anzustoßen und dabei das Feuerwerk ansehen. Alles andere war zweitrangig, und uns war es völlig egal ob das 10 oder 15 nach zwölf der Fall sein würde.

Als ich die vielen herbei gehetzten Leute sah, wurde mir schlagartig klar, warum so viele Pläne und gute Vorsätze genau dieser Menschen scheitern: Es liegt an unerreichbaren Zielen, an fremden Regeln und am falschen Zeitpunkt.

1) Unerreichbare Ziele:

Weil wir VORHER WUSSTEN, dass wir es nicht rechtzeitig schafften, besonnen wir uns auf ein genauer definiertes, realistisches Ziel. Viele der Passanten hatten ein starres Ziel vor Augen: “Um 12 auf der Anhöhe sein”. Auch wenn ihnen klar war, dass sie es kaum erreichen konnten, sie hielten an ihrem Ziel fest. Dabei wollten sie vermutlich genau das gleiche wie wir: mit ihren Lieben anstoßen und das Feuerwerk ansehen – was völlig unabhängig von der zeitlichen Komponente ist.
Take away: Wer sich zu hohe Ziele steckt und diese nicht genau definiert, ist schnell zum Scheitern verurteilt. Oft hilft es, sich Gedanken über die Vorsätze zu machen und wenn nötig einige Tage darüber nachzudenken. Durch diesen Prozess kristallisiert sich ein genaueres Ziel heraus, dass man viel besser erreichen kann. Oder wie es Laotse formuliert hat: “Nur wer sein Ziel kennt, findet auch seinen Weg”.

2) Fremde Regeln

Ist es zwingend nötig, um Punkt 12 auf der Anhöhe zu sein? Nur weil die Uhr um Punkt 12 umspringt, ist es immer noch die gleiche Nacht, und das Feuerwerk dauert sicherlich bis um 1 Uhr. Ohne die fremdbestimmte, zeitliche Komponente kann genau das Selbe erreicht werden.

Take away: Für die eigenen Vorsätze sind das eigene Handeln und vor allem die eigenen Wünsche viel wichtiger als fremde Regeln. Fehlt die eigene, 100%ige Überzeugung von dem, was man erreichen möchte, ist jeder Plan und jeder Vorsatz zum Scheitern verurteilt.

3) Falscher Zeitpunkt:

Angetrunken eine Anhöhe im Eiltempo zu erklimmen, ist für den weiteren Verlauf des Abends keine allzu gute Idee. Die Kombi aus Alkohol, Bewegung und Frischluft kann schnell zum Verhängnis werden. Das Gleiche gilt für den nächsten Morgen. Der Kater lässt einen schnell wieder zur Zigarette greifen oder eine Tiefkühlpizza in den Ofen schieben.
Take away: Pläne und Vorsätze benötigen 100%ige Aufmerksamkeit. Man sollte ausgeruht und Herr seiner Sinne sein. Nur so lässt sich ein Vorsatz auch durchhalten und ein guter Plan ausführen.

Zur Ruhe kommen

Februar18

 

zur-ruhe-kommenLeider findet man es immer seltener, dass Gesprächspartner bedingungslos zuhören können. Bedingungsloses zuhören bedeutet, mit 100% bei der Sache zu sein, seinem Gegenüber Raum zu geben und ihm während des Gesprächs in die Augen zu blicken.
Egal mit wem ich mich unterhalte: mit Freunden, Geschäftskontakten oder neuen Bekanntschaften. Mir fällt auf, dass bedingungsloses Zuhören rar geworden ist in unserer schnelllebigen Welt. Da ist das Iphone auf das man alle 30 Sekunden einen Blick werfen muss, die eigenen Gedanken und Einstellungen, die jede Sekunde dazwischen rufen wollen, oder das Umfeld, dass die Augen rastlos umherwandern lässt. Meiner Meinung nach liegt das daran, dass die meisten Leute verlernt haben, zur Ruhe zu kommen.

Heutzutage wird neudeutsch “relaxt”. Es bedeutet am Abend fernzusehen, Computer zu spielen, im Internet zu surfen, besonders seine Socialmedia-Seiten abzugrasen.
Das hat eher was mit Ablenken zu tun. Man sagt zwar “abschalten”  es ist aber eher Ablenken, sich zerstreuen, sich auf andere Gedanken bringen läuft immer darauf raus, von sich abzulenken.
Doch zur Ruhe kommen ist etwas Anderes: Es bedeutet, sich zu finden.

Ich habe das Glück, direkt neben einem Wald zu wohnen. Im Nu sitze ich auf einer Bank, hinter einem Bächlein, höre die Vögel zwitschern und den Wind in den Blättern rascheln. Wenn der Wind von Westen kommt, kann ich den Lärm der Stadt hören – doch das ist völlig in Ordnung. Ich will ja nicht die Welt verändern – sie ist wie sie ist. Ich will zur Ruhe kommen. Ich muss nur 2 Minuten gehen und sonst NICHTS tun. Ich kann einfach dasitzen, den Eichhörnchen beim Spielen zu sehen, meinen Blick über die Baumwipfel schweifen lassen und nicht nachdenken.

Doch um wirklich zur Ruhe zu kommen, braucht man keinen Wald in der Nähe, nicht mal einen Balkon. Man braucht: NICHTS, nur Ruhe.

Wie man Ruhe schafft:

  1. Am wichtigsten ist es, nicht abgelenkt zu werden. Also: Türklingel aus, Fernseher aus, Telefon und Handy auf lautlos.
  2. Wenn man von seiner Couch nicht bequem aus dem Fenster sehen kann, stellt man sich einfach einen Stuhl vors Fenster und schaut nach draußen. Wichtig ist hierbei wirklich zu entspannen und seinen Geist zur Ruhe kommen zu lassen. Wenn man einmal den Dreh raus hat, ist es ganz einfach:
    Richtig: völlig wertfrei dem Vogel auf dem Ast vor dem Fenster zuschauen
    Falsch: sich fragen, was das für ein Vogel ist, warum er so einen krummen Schnabel hat und warum zur Hölle er dauernd mit den Flügeln flattert, aber nicht weg fliegt
    Richtig: die Dachkonstruktion des Nachbarhauses anschauen
    Falsch: hoffen, dass sich die Nachbarin mit der großen Oberweite am Fenster im 3. Stock zeigt
  3. Wer sich nicht wohl fühlt, vor dem Fenster zu sitzen und nach draußen zu schauen, oder sich zu leicht ablenken lässt, kann auch zum Kerzentrick greifen: Einfach eine Kerze anzünden und 10 Minuten in die Flamme blicken. Feuer hat sich schon immer beruhigend auf den Menschen ausgewirkt.

Wenn man den Bogen raus hat, hat diese Übung den Effekt eines Brain-Resets. Es hat nichts mit Meditation oder dergleichen zu tun. Wenn man möchte, kann man es als Entspannungsübung bezeichnen. Nach nicht einmal 10 Minuten ist man glasklar im Kopf, entspannt, und hat wieder neue Energie.
Und vielleicht klappt es dann auch mit dem Zuhören. Oder mit vielen anderen Dingen.


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